Observal ist ein Projekt, das im Rahmen des europäischen Programms Leonardo da Vinci finanziert wird. Das Projekt wird geleitet von EUCEN (European University Continuing Education Network). Partner sind Teams aus 24 Ländern der Europäischen Union, die die verschiedenen Bildungssektoren (Hochschule, Berufsbildung und Erwachsenenbildung) repräsentieren.
Hauptziel des Projekts ist es, eine Datenbank für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens in den EU Mitgliedsländern zu schaffen. Diese Datenbank soll regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden und in einem "European Observatory" über das Internet öffentlich zugänglich sein. Es geht darum, Dokumente, die meist wenig bekannt oder ausserhalb ihres Entstehungslandes oder ihrer Region wenig verbreitet sind, einem weiten Kreis an Akteur/innen (Entscheidungsträger/innen auf nationaler oder institutioneller Ebene, Sozialpartner/innen, Personalmanager/innen, Verantwortlichen für Validierung, ...) zur Kenntnis zu bringen. Diese Dokumente sollen eine gemeinsame Struktur aufweisen und somit leichter verständlich und untereinander vergleichbar gemacht werden.
Vier verschiedene Kategorien von Dokumenten sollen im "European Observatory" verfügbar sein:
1 Offizielle Informationen: die offiziellen Texte, die die Umsetzung der Validierung nicht formalen und informellen Lernens in jedem Land regeln, Beispiele für verwendete Hilfsmittel (Standards, Bewerbungsunterlagen, Portfolios, Interviewleitfaden, ...), statistische Analysen oder Erhebungen etc. Diese Dokumente sollen in ihrer Originalsprache, mit einem kurzen Kommentar auf Englisch, der ihren Inahlt und die Hauptaussagen erklärt, veröffentlicht werden.
2 Eine jährliche Beschreibung des Status quo der Verankerung von Validierung nicht formalen und informellen Lernens im jeweiligen Land, aktuellen Debatten und Diskussionen, der Verknüpfung der Validierung mit europäischen Initiativen (Europäischer Qualifikationsrahmen - EQR, Einführung von Leistungspunktesystemen, Einführung von Lernergebnissen als Grundlage für Programme und Anerkennung von individueller Lernverläufe, der Aktionsplan 2008-2010 für Erwachsenenbildung, die zukünftigen Leitlinien für die Entwicklung des Validierungsprozesses in den EU Mitgliedsstaaten, ...). Diese kurze Synthese wird in englischer Sprache verfasst sein.
3 Fallstudien zeigen interessante, innovative oder auch gescheiterte Initiativen, Erfahrungen oder Experimente mitsamt eventuellen Problemen bei der tatsächlichen Umsetzung auf. Diese Fallstudien können ganz unterschiedliche Formen annehmen: schriftliche Dokumente, Videos, Interviews mit Validierungskandidat/innen, mit Mitgliedern von Juries, mit Personalmanager/innen etc.
4 Eine Bibliographie der wichtigsten Berichte, Artikel, Bücher oder Forschungsartikel, die in jedem Jahr im jeweiligen Land zum Thema der Validierung nicht formalen und informellen Lernens herausgegeben werden. Ziel dabei ist es, jedes Jahr etwa ein Dutzend Dokumente, die die Reflexion zum Thema Validierung und ihrer praktischen Umsetzung voranbringen, zu identifizieren und in einer kurzen Zusammenfassung auf Englisch zugänglich zu machen.
Um diese Dokumente auszuwählen und aufzubereiten, ist in jedem Partnerland ein/e Projektleiter/in bestimmt worden, dessen bzw. deren Aufgabe es ist, ein Team zu bilden, das die verschiedenen Bereiche der Bildung repräsentiert: Hochschule, Berufliche Bildung und Erwachsenenbildung (die sogenannte dritte Säule). Dieses Team soll dem Projektleiter bzw. der Projektleiterin zur Seite stehen, indem es die existierenden Dokumente (offizielle Dokumente, Forschungsarbeiten, Berichte und Studien) sowie gute oder schlechte Praktiken, die sich als Fallstudien anbieten, identifiziert und bei der Erstellung der jährlichen Beschreibung des Status quo unterstützt.
Für die Schweiz ist das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) als "project leader" nominiert worden.